Freitag, März 13 2009

OCZ Vertex SSD - Review

dsc00116Ich sage nur Wahnsinn! Nachdem die Vertex gestern endlich (nach fast 3 Monaten Wartezeit)angekommen ist, bin ich wirklich zufrieden und muss sagen: das Warten hat sich gelohnt, doch dazu später mehr. Die OCZ Vertex hat die Größe einer normalen 2,5" Notebookfestplatte und wiegt etwas weniger als ihre Scheibenkollegen. Vorformatiert war die Platte mit einem NTFS System und erstaunlicherweise besitzt sie eine Kapazität von 32GB statt nur 30GB, anscheinend wurde noch etwas nachgelegt. Wie schon im vorherigen Artikel erwähnt schafft die Vertex nun über 200MB/s Lesespeed und bis zu 160MB/s Schreibspeed. Die Platte wurde sofort von meinem BIOS erkannt und es gab nichts zu meckern, Ubuntu-Installation gestartet und los gings. ReiserFS war meine Wahl fürs Dateisystem, was sich aber als nich besonders schnell herausstellte. Auf der Platte selbst habe ich bei dieser Installation auch keinen Swap Speicher angelegt, vielleicht ein Fehler? Irgendwie habe ich es auf jeden Fall geschafft, weiss der Geier wie, den Bootloader zu zerschiessen und die Partitionstaballe zu zerstören (Grub Error 16, dann 17 und dann 5). Dumm gelaufen! Vermutlich hing das mit meinen Parallelinstallationen zusammen, man will ja schliesslich fertig werden ;) ! Naja, was blieb mir anderes übrig als das System erneut aufzuspielen. Diesmal legte ich allerdings die Swap Partition an und formatierte die Root Partition mit ext3. Einige werden bestimmt an dieser Stelle aufschreien, ein Journalling FS auf eine SSD zu schreiben, ich habe es trotzdem getan! Die Installation ging recht zügig von statten, jedoch nicht viel schneller als bei einer normalen Festplatte auch, Flaschenhals ist hier das CD-Laufwerk. Der erste Systemstart verlief schon um ein vielfaches schneller als von meiner langsamen normalen HDD. Nach einigen Tweaks die ich später noch vorstelle wurde es noch ein wenig schneller. dsc00117Insgesamt lässt sich mit der SSD sehr gut arbeiten, Programme starten sofort bzw nach sehr kurzer Zeit, abgesehen von Programmen die Unmengen an Configs im /home Verzeichnis lagern, denn das liegt auf der normalen Platte. Es stellt sich ein komplett anderes Arbeitsgefühl ein, weil Zugriffe wirklich schnell von statten gehen. Ein kurzer Speedtest mit hdparm -t /dev/sda brachte beachtliche 151MB/s Buffered Read zu Tage, zwar noch nicht 200MB/s aber das sind wohl sowieso eher Theoriewerte.(EDIT: Die Platte war defekt! Die neue schafft 230MB/S lesen!) Bevor ich zu den Tweaks und Optimierungen für die Platte weitermache, muss ich noch sagen, sehr empfehlenswerte und vor allem schnelle Platte! Und das Schönste daran ist, sie ist absolut leise, auch bei starken Zugriffen! Zuerst will ich die Lebensdauer der Platte verlängern, was eigentlich nicht unbedingt nötig ist, denn das heutige Wear-Leveling der Platten ist mittlerweile so gut geworden, dass man sie nur sehr schwierig "klein kriegt" (bei 50GB Schreiben pro Tag hält die Platte 25Jahre!). Da der Ubuntukernel standartmäßig Zeitstempel  an die Dateien heftet, sprich zuletzt gelesen / geändert, verursacht das natürlich unnötige Schreibzugriffe. Um das zu unterbinden habe ich in die fstab bei meiner SSD die Option relatime in noatime geändert. Meine Zeile sieht nun so aus: UUID=6d526b86-48a1-4817-98df-7b4f6d20e9f5 /               ext3    noatime,errors=remount-ro 0       1 Natürlich ist kaum ein System auf den Einsatz von SSD Festplatten optimiert, auch nicht Ubuntu. Darum sollte noch der I/O Scheduler für die SSD geändert werden. Der ist standartmäßig auf cfq (completly fair queing) eingestellt, was allerdings beim Einsatz von SSDs keinen Sinn macht, da hier im Prinzip die Schreib- und Lesvorgänge nicht extra koordiniert werden müssen, sonder sofort geschreiben werden können. Den aktuellen Scheduler für seine Platte, kann man sich mit cat /sys/block/sda/queue/scheduler ausgeben lassen. Der Wert in den eckigen Klammern stellt den aktuellen Scheduler dar. Um ihn zu ändern geben wir als Root folgendes ein: echo noop > /sys/block/sda/queue/scheduler Um diese Änderung permanent zu machen, sollten sie in die rc.local eingetragen werden. Das kann mit folgendem Befehl geschehen: sudo gedit /etc/rc.local Hier vor dem exit0 den Schedulerbefehl von oben eintragen. Natürlich gibts noch andere Tweaks und Optimierungen, aber diese halte ich für die wichtigsten. Wer noch etwas mehr wissen möchte kann hier oder hier mal vorbeischauen. Abschliessend will ich noch kurz sagen, dass diese SSD wirklich sehr empfehlenswert ist und wirklich ihr Geld wert!