Microsoft Kinect Test

Ich war sofort begeistert als Microsoft ihre Bewegungssteuerung Kinect (damals noch Projekt Natal) vorstellte und konnte es kaum erwarten  das System zu testen. Nach langem Warten, kam mein schon im August vorbestellter Kinect Sensor dann endlich vor einigen Tagen an. Der Sensor selbst ist wie ich finde relativ gross, ich hatte ihn mir kleiner vorgestellt, trotzdem war es kein Problem einen geeigneten Platz zu finden. Angeschlossen wird der Sensor mittels eines modifizierten USB Steckers. Besitzt man die neue Xbox Slim, kann der Sensor dort direkt an die Konsole angeschlossen werden, falls nicht ist ein zusätzliches Netzteil nötig, welches aber selbstverständlich mitgeliefert wird. Ist der Sensor angeschlossen, benötigte meine Xbox nur noch ein schnelles Update und das Sensorbild wurde in Graustufen unten auf dem Dashboard in einem kleinen Rechteck angezeigt. Dort werden auch die Hände durch leuchtende Punkte hervorgehoben. Winkt man nun, erkennt die Xbox den Steuerungswunsch per Kinect und bringt den User in das Kinect Hub, ein spezielles Menü, welches komplett per Handgesten gesteuert werden kann, denn bisher funktioniert die Dashboardsteuerung nur in diesem Menü. Im Prinzip ist das System nun schon voll einsatzbereit, wer allerdings möchte, kann noch eine Kalibrierung vornehmen, welches die Sensorgenauigkeit erhöht und Kinect die Möglichkeit gibt, seine Umgebung "kennenzulernen". Sind diese Schritte abgeschlossen ist das System perfekt eingerichtet (hoffentlich). Das ist doch nur ne billige Wii Kopie... / Move ist doch besser! Diese Sätze habe ich schon häufiger gelesen, doch das ist ganz und gar nicht der Fall. Während man bei der Wii leicht betrügen konnte und die Bewegung des restlichen Körpers einfach "unter den Tisch fielen", erkennt Kinect den gesamten Körper und setzt auch die gesamte Bewegung um. Zwar hat die Wii nach Einführung des Zusatzsensors an Genauigkeit zugelegt, was Handgelenkdrehung und ähnliches angeht, hat aber bei ziemlich allem wo es nicht nur auf die Arme ankommt, das Nachsehen. Ein Fussballspiel, wie z.B. bei Kinect Sports ist auf der Wii einfach nicht zu realisieren. Neben der deutlich besseren Grafik ist auch das gesamte Spielgefühl völlig anders. Es macht viel aus, sich frei im Raum bewegen zu können und zu sehen wie vorne hinten rechts und links von der Spielfigur 1:1 übernommen werden. Wo die Wii aufgehört hat, fängt Kinect an. Auch der Move Controller für die Playstation 3 ist da keine große Innovation, das Spielgefühl ist mit Controller einfach anders als sich völlig frei bewegen zu können. Das hat totale Verzögerung... Auch das kann ich nicht bestätigen. Man merkt manchen Spielen an, dass eine gewisse Verzögerung zwischen Bewegung und Umsetzung auf dem Bildschirm herrscht, jedoch ist das so gut wie nicht ausschlaggebend. Trotz einer gewissen Verzögerung gewöhnt man sich sehr schnell daran und empfindet es auch nicht als störend. Entscheidend für die Verzögerung ist immer die Programmierung der jeweiligen Software, ein exzellentes Beispiel dafür sind Your Shape Fitness Evolved und Dance Central. Bei diesen Spielen werden die Bewegungen wirklich 1:1 übernommen und haben wirklich nur minimalste Verzögerung. Etwas negativ fällt allerdings die Erkennungsgenauigkeit selbst auf, denn feine Bewegungen oder einzelne Finger können nicht erfasst werden. Games: Kinect Adventures Dies war das Spiel, welches mir im Vorfeld am wenigsten zusagte. Doch nach einigem Spielen muss ich sagen, dass ein großer Unterschied darin besteht, ob man selbst spielt oder ein Video sieht. Man vergisst beim Spielen nämlich recht schnell, das drumherum und ist mit vollem Körpereinsatz dabei. Ob Lecks stopfen, Flussfahrt, Ballspiel oder  Blasen platzen, man kommt sehr schnell ins Schwitzen und ist durch geschossene Fotos von sich selbst während des Spiels sehr motiviert. Kinect Adventures zeigt deutlich die Fähigkeiten des 3D Sensors der Kamera, denn häufig muss man nicht einfach nur den Oberkörper nach rechts und links bewegen, sondern auch vor und zurück gehen, was wirklich einwandfrei erkannt wird. Auch die Menüsteuerung funktioniert intuitiv und sehr präzise, auch bei schlechtem Licht. Kinect Adventures ist für mich sicherlich kein Spiel, welches ich gekauft hätte, aber als Beigabe ganz OK und dafür in Ordnung, denn Spass bringt es auf jeden Fall. Kinect Sports Kinect Sports ist mein bisheriges Lieblingsspiel. Es bietet einen großen Umfang an Sportspielen und ist sehr einfach  zu steuern, nichts desto trotz aber auch genau. Auch das Spielen mit mehreren Spielern ist kein Problem, allerdings kann man maximal mit 2 Spielern gleichzeitig spielen. Sind mehr Spieler dabei, lässt sich der Partymodus spielen, in welchem nach Zufallsprinzip Minispiele im Team gegeneinander gespielt werden können. Besonders gelungen finde ich das Tischtennisspiel, wo man wirklich das Gefühl hat hinter der Platte zu stehen. Man bewegt sich rechts, links vorn und hinten um die optimale Position für den Schlag zu finden. Wirklich spassiges Spiel,welches allerdings wohl eher für Parties geeignet ist, aber auch allein Spass bringen kann. Your Shape Fitness Evolved Das Fitness Spiel und Konkurrent zu Wii Fit, allerdings kann Kinect hier ganz deutlich seine Stärken ausspielen. Bückt man sich nicht tief genug, streckt den Arm oder ein Bein nicht komplett durch, wird man freundlich durch den "Trainer" darauf hingewiesen. Kinect überwacht den gesamten Körper und nicht wie bei Wii nur die Gewichtsverlagerung auf 2 Waagen, schon allein deswegen ein Pluspunkt! Einfaches betrügen wie bei der Wii klappt hier also nicht mehr. Besonders gelungen ist die Integration des Spielers ins Spiel, man sieht sich selbst die ganze Zeit wie in einem Spiegel und das 3dimensional in Verbindung mit dem RGB Kamerabild, welches farbig eingefärbt ist.  Die Fitnessstunden sind prima und man kommt bei steigendem Schwierigkeitsgrad schnell auf Touren, leider fehlt eine Zeiteinstellung wie lange man eine Übung machen möchte. Ein weiteres kleines Manko ist die recht komplexe Menüführung, man "greift" schnell mal daneben und landet bei einem ganz anderen Punkt, eine Steuerung a la Dance Central wäre hier gut gewesen.

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