OCZ Vertex SSD – Review

dsc00116Ich sage nur Wahnsinn! Nachdem die Vertex gestern endlich (nach fast 3 Monaten Wartezeit)angekommen ist, bin ich wirklich zufrieden und muss sagen: das Warten hat sich gelohnt, doch dazu später mehr. Die OCZ Vertex hat die Größe einer normalen 2,5″ Notebookfestplatte und wiegt etwas weniger als ihre Scheibenkollegen. Vorformatiert war die Platte mit einem NTFS System und erstaunlicherweise besitzt sie eine Kapazität von 32GB statt nur 30GB, anscheinend wurde noch etwas nachgelegt. Wie schon im vorherigen Artikel erwähnt schafft die Vertex nun über 200MB/s Lesespeed und bis zu 160MB/s Schreibspeed.

Die Platte wurde sofort von meinem BIOS erkannt und es gab nichts zu meckern, Ubuntu-Installation gestartet und los gings. ReiserFS war meine Wahl fürs Dateisystem, was sich aber als nich besonders schnell herausstellte. Auf der Platte selbst habe ich bei dieser Installation auch keinen Swap Speicher angelegt, vielleicht ein Fehler? Irgendwie habe ich es auf jeden Fall geschafft, weiss der Geier wie, den Bootloader zu zerschiessen und die Partitionstaballe zu zerstören (Grub Error 16, dann 17 und dann 5). Dumm gelaufen! Vermutlich hing das mit meinen Parallelinstallationen zusammen, man will ja schliesslich fertig werden ;) ! Naja, was blieb mir anderes übrig als das System erneut aufzuspielen. Diesmal legte ich allerdings die Swap Partition an und formatierte die Root Partition mit ext3. Einige werden bestimmt an dieser Stelle aufschreien, ein Journalling FS auf eine SSD zu schreiben, ich habe es trotzdem getan! Die Installation ging recht zügig von statten, jedoch nicht viel schneller als bei einer normalen Festplatte auch, Flaschenhals ist hier das CD-Laufwerk.

Der erste Systemstart verlief schon um ein vielfaches schneller als von meiner langsamen normalen HDD. Nach einigen Tweaks die ich später noch vorstelle wurde es noch ein wenig schneller. dsc00117Insgesamt lässt sich mit der SSD sehr gut arbeiten, Programme starten sofort bzw nach sehr kurzer Zeit, abgesehen von Programmen die Unmengen an Configs im /home Verzeichnis lagern, denn das liegt auf der normalen Platte. Es stellt sich ein komplett anderes Arbeitsgefühl ein, weil Zugriffe wirklich schnell von statten gehen. Ein kurzer Speedtest mit hdparm -t /dev/sda brachte beachtliche 151MB/s Buffered Read zu Tage, zwar noch nicht 200MB/s aber das sind wohl sowieso eher Theoriewerte.(EDIT: Die Platte war defekt! Die neue schafft 230MB/S lesen!) Bevor ich zu den Tweaks und Optimierungen für die Platte weitermache, muss ich noch sagen, sehr empfehlenswerte und vor allem schnelle Platte! Und das Schönste daran ist, sie ist absolut leise, auch bei starken Zugriffen!

Zuerst will ich die Lebensdauer der Platte verlängern, was eigentlich nicht unbedingt nötig ist, denn das heutige Wear-Leveling der Platten ist mittlerweile so gut geworden, dass man sie nur sehr schwierig “klein kriegt” (bei 50GB Schreiben pro Tag hält die Platte 25Jahre!). Da der Ubuntukernel standartmäßig Zeitstempel  an die Dateien heftet, sprich zuletzt gelesen / geändert, verursacht das natürlich unnötige Schreibzugriffe. Um das zu unterbinden habe ich in die fstab bei meiner SSD die Option relatime in noatime geändert. Meine Zeile sieht nun so aus:
UUID=6d526b86-48a1-4817-98df-7b4f6d20e9f5 /               ext3    noatime,errors=remount-ro 0       1
Natürlich ist kaum ein System auf den Einsatz von SSD Festplatten optimiert, auch nicht Ubuntu. Darum sollte noch der I/O Scheduler für die SSD geändert werden. Der ist standartmäßig auf cfq (completly fair queing) eingestellt, was allerdings beim Einsatz von SSDs keinen Sinn macht, da hier im Prinzip die Schreib- und Lesvorgänge nicht extra koordiniert werden müssen, sonder sofort geschreiben werden können. Den aktuellen Scheduler für seine Platte, kann man sich mit
cat /sys/block/sda/queue/scheduler
ausgeben lassen. Der Wert in den eckigen Klammern stellt den aktuellen Scheduler dar. Um ihn zu ändern geben wir als Root folgendes ein:
echo noop > /sys/block/sda/queue/scheduler
Um diese Änderung permanent zu machen, sollten sie in die rc.local eingetragen werden. Das kann mit folgendem Befehl geschehen:
sudo gedit /etc/rc.local
Hier vor dem exit0 den Schedulerbefehl von oben eintragen.

Natürlich gibts noch andere Tweaks und Optimierungen, aber diese halte ich für die wichtigsten. Wer noch etwas mehr wissen möchte kann hier oder hier mal vorbeischauen. Abschliessend will ich noch kurz sagen, dass diese SSD wirklich sehr empfehlenswert ist und wirklich ihr Geld wert!

This entry was posted in Computer, Linux, Tech and tagged , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

13 Responses to OCZ Vertex SSD – Review

  1. Shiruba says:

    Gibts nen Unterschied zu den Intel SSDs? Der Preis der OCZ Vertex SSD ist ja weitaus geringer oder? Ansonsten irgendwelche Vor-/Nachteile?

  2. admin says:

    Ja, die Intel SSDs haben ne etwas bessere Lese-/Schreibrate, allerdings schneiden die OCZ im Vergleich dazu, besonders auch bei dem Preis von knapp 140€ enorm gut ab. Bisher konnte ich keine Nachteile festellen. Das Arbeiten ist wirklich super flüssig, OO öffnet sich nach ner knappen Sekunde, Terminal ist sofort da. Wirklich super!

  3. steveoh says:

    Die Intel-SSDs sind halt einfach noch ein Tick schneller, halt so wie man eine Grafikkarte kauft und es noch eine mit noch etwas mehr Leistung für einen extrem hohen Preis gibt.

  4. Shiruba says:

    Geil. Dann hätte ich gerne mal nen Test im Notebook @Malte :-) Möchte mal wissen was die Akkulaufzeit dazu sagt.

  5. admin says:

    ich denke ich werd auf kurz oder lang noch eine fürs notebook kaufen… :)

  6. Pingback: Vertex Reloaded | Maltes Blog

  7. Martin says:

    Ich hab mir jetzt eine OCZ Vertex mit 60 GB gekauft, habe aber auch nur ne Lesegeschwindigkeit von rund 140 MiB/s (ebenfalls mit “hdparm -t” gemessen).
    Bedeutet das zwangsläufug, daß die SSD defekt ist?
    Woran hast Du gemerkt, daß sie defekt ist?
    Man beachte, daß ich fdisk gesagt habe, daß er 32 Köpfe bei 32 Sektoren/track benutzen soll, so daß ein cylinder genau 1024 * 512 = 512 kiB groß ist, also genau so groß, wie ein erase block. Hab im OCZ Forum gelesen, daß das unter Linux mit ext3 sinnvoll wäre, da ja beim Schreiben eh immer ein kompletter Block geschrieben werden muß, und bei den OCZ SSDs sind die erase blocks nun mal 512 kiB groß.
    Die geringere Lesegeschwindigkeit könnte daher auch dadurch bedingt sein, da sie ja abnimmt, je kleiner die Blöcke sind, oder?

  8. admin says:

    Versuch mal “hdparm -t –direct” zu messen damit wird der Kernelcache umgangen und direkt an der Platte mittels o_direct gemessen. (Wusste ich zur Zeit des Artikels auch nicht ;) ) Die Geschwindigkeit nimmt allerdings auch ab, wenn das System darauf läuft oder die Platte irgendwie anders im System eingespannt ist. Ich denke die genauesten Werte erhälst du mit einer Messung von einer Live CD. Meine Platte macht mit dem -t Parameter auch nur noch 140MB/s.
    Gruss Malte

  9. Martin says:

    Danke für den Tip. Mit “hdparm -t –direct” bekomme ich ca. 190 MiB/s.
    Und ja, das ist eine Systemplatte. Ist die neue Primärplatte mit Root-Dateisystem meines Servers, der in nem Rechenzentrum steht.
    Da sind vier Partitionen drauf, die wie folgt gemountet sind:
    sda1 als /boot
    sda2 als /
    sda5 als /home
    sda6 als swap ;-)
    Mit ner LiveCD kann ich das also gerade nicht testen, aber wenn ich mal wieder dort bin (ja, ich spaziere ab und an mal in das Rechenzentrum ;-) , werd ich mal ‘n Knoppix per PXE booten und das damit testen.
    Trotzdem meine Frage: Wie hat sich das denn bei Dir geäußert, daß die SSD defekt war?

  10. admin says:

    Das äusserte sich unter anderem dadurch, dass z.B. der Bootsektor ständig verloren ging und GRUB diverse Error ausspuckte. Ausserdem brachte der Test mit dem BenchmarkTool ATTO und Windows extrem komische Ergebnisse (stark schwankende bzw. unlogische Geschwindigkeiten). Vielleicht finde ich die Screenshots noch im OCZ Forum falls es dich interessiert? Meine aktuelle Partitionskofiguration sieht wie folgt aus:

    sda1 /
    sda2 swap
    ramdisk /tmp
    sdb1 /home

  11. David says:

    Hallo Malte, ich habe mir auch vor ca. 6 Monaten eine 2.5 OCZ Vertex fuer mein Laptop angeschafft. Gestern ging dann gar nichts mehr: Der Laptop bricht beim Booten einfach ab. chkdisk meldet: Der Typ des Dateientraegers ist NTFS. Version und Status des Volumes konnten nicht festgestellt werden. CHKDSK wurde abgebrochen. Die HDD an einen anderen Comp angeschlossen brachte das Ergebnis: E: is not accessible. The file or directory is corrupted and unreadable.
    Ich bin absolut kein Professional was HDDs betrifft und jetzt endlich die Frage: Hattest Du dieselben Symptome als der Bootsektor staendig verloren ging? Kann das derselbe Defekt sein? Wenn ja: Wie hast Du das Problem geloest und die wichtigste Frage von allen: Gehen die Daten dabei floeten oder kann man die noch irgendwie retten?
    Beste Gruesse,
    David

  12. admin says:

    Hallo David!
    Ich würde einfach mal versuchen die Disk unter Linux zu lesen, vielleicht hast du Glück und kannst so noch einige Daten retten? Bei meinem Fehler damals war es mir relativ egal, dass alle Daten verlorgen gehen, weil ich persönliche Daten und Einstellungen auf einer normalen HDD gespeichert habe und auf der SSD nur das reine System, dadurch konnte ich mehrfach neuinstallieren. Am besten ist vermutlich wirklich die Daten mit Linux auszulesen und zu sichern und die Platte dann mal einzuschicken, solang du noch Garantie hast. Leider kenn ich mich mit dem Thema Datenrettung bei SSDs nicht so gut aus (ist ja auch erst meine erste :) ) Aber wenn sie wirklich defekt ist, am besten schnellstens einschicken!

    Gruss
    Malte

  13. David says:

    Ueber meine KnoppixCD kam ich erst einmal nicht mehr an die Daten ran. Morgen werde ich es mal mit einem Experten versuchen. Danke fuer die Antwort!

Comments are closed.