Let me Entertain you… T-Entertain und IGMPv3

Wer in sein bestehendes Heimnetz einen Media Receiver der Telekom integrieren will, stellt bald fest, dass dies einige Probleme mit sich bringt (sofern der Receiver keine eigene Leitung zum Router besitzt) Denn die Telekom, bzw. der Telekom Router, in meinem Fall der W700v, verwendet das noch recht selten verwendete IGMPv3 Protokoll um Multicast Mitgliedschaften im Netz bekannt zu machen – soweit noch kein Problem. Ein Problem tritt allerdings auf, wenn IGMP im Zusammenspiel mit billigen Standard-Switches benutzt wird. Diese sind nämlich nicht in der Lage IGMP Kommunikation zu erkennen und ggf. die Weiterleitung von Multicast Paketen an Ports zu unterbinden, an denen keine Multicast Clients angeschlossen sind. Im Prinzip ist das nicht unbedingt ein Problem, weil so ziemlich jedes Gerät die Pakete verwirft, wenn sie nicht für das Gerät selbst bestimmt sind. Dadurch besteht zwar auf bestimmten Netzsegmenten unnötiger Verkehr, dieser sollte aber die Leistung nicht stark beeinflussen.

Anders sieht die Situation allerdings aus, wenn WLAN-Accesspoints im Netzwerk verwendet werden, denn die leiden besonders unter dem Flooding. Da Accesspoints meist sowieso nur eine geringe Bandbreite haben und die durch bauliche Gegebenheiten häufig schon stark reduziert ist, sinkt der Datendurchsatz gegen Null, weil der Accesspoint nur noch mit dem Versenden der Multicast Pakete beschäftigt ist, welche vom Endgerät natürlich trotzdem verworfen werden. Ein normales Switch ist zwar in der Lage sich die an einem Port angeschlossenen Geräte anhand ihrer MAC Adresse zu “merken” und normalen Verkehr, der nicht für die jeweiligen Geräte bestimmt ist zu blockieren und dadurch die Last, bzw. den unnötigen Verkehrsfluss auf dieses Segmenten zu unterbinden, da Multicast aber völlig anders funktioniert,  bzw. in den meisten LANs kaum vorkommt, beherrscht auch kaum ein Switch für den Heimbereich IGMP  Snooping, sprich das Abklemmen von bestimmten Ports für Multicast Verkehr. Dadurch wird Multicast zwangsläufig zu Broadcast Verkehr, der das gesamte Netz belastet.

Stellt sich nur die Frage, was man in diesem Fall tun kann? Im Prinzip gibt es 3 Lösungen:

1) LAN Kabel

Am besten ein extra LAN Kabel von Router zum Media Receiver ziehen. Dies ist die beste und vermutlich auch kostengünstigste Lösung. Da dies allerdings nicht oder nur schwer möglich ist, ist gibts noch weitere Lösungsmöglichkeiten

2) IGMPv3-fähiges Switch

Wer bereit ist viel Geld auszugeben, kann sich ein managebares Switch kaufen, das IGMP Snooping unterstützt. Diese sind ab 150€+ erhältlich und sind für die meisten Anwender wohl kaum eine Alternative.

3) Router als Switchersatz

Wer möglichst wenig Geld ausgeben will und  trotzdem ein “sauberes” Netz haben möchte, sollte auf einen kleinen Trick zurückgreifen: Da jeder Router auch ein eingebautes Switch besitzt und die IPTV fähigen Telekom Router alle das IGMPv3 Protokoll unterstützen, kann man den Router als Switchersatz verwenden und findet so einen recht guten Kompromiss aus Kosten und Aufwand.

4) Linux Datenweiche

Wer wirklich sehr günstig davon kommen möchte, braucht einen Linuxrechner mit 3 Netzwerkkarten. Damit kann man dann seinen eigenen IGMP Switch/Router bauen, welcher den Multicast Datenverkehr nur über eine Netzkarte leitet und somit vom Rest des Netzes trennt. Wie man es aber auch anstellt, eine eigene Leitung benötigt der Media Receiver dann allerdings trotzdem, vielleicht spart man sich nur einen Teil der Strecke ;)

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10 Antworten auf Let me Entertain you… T-Entertain und IGMPv3

  1. cromax sagt:

    Hallo Malte. Sorry wenn ich etwas vom Thema abweiche. Aber es bleibt zumindest in der Richtung.

    Ich habe einen Mr 300 und soweit keine Probleme wenn ich unter Windows 7 Mp3 und Bilder streame. Ich habe als zweites Betriebsystem Ubuntu in der mbr. Ich krieg damit aber keinen Stream hin. Würde aber gerne Musikstreams von simfy die ich ich mit Audiocity mitschneide nach dem fertigstellen direkt ins Wohnzimmer schicken ohne das ich das Betriebssytem wechseln muss.

    Das müsste doch eigentlich mit Ubuntu auch gehen oder geht das tatsächlich nur mit dem Mediaplayer von Windows?

  2. Malte sagt:

    Hallo!
    Ich wusste gar nicht, dass man überhaupt Musik und Bilder zum MR300 streamen kann!? :) Benutze das Ding aber auch nur zum Bundesliga gucken. Als ultimative Streamingwaffe kann ich eigentlich nur den VLC Player empfehlen bzw. ffmpeg. Auf was basiert denn dieser Stream in Windows? Mit Linux/Ubuntu kriegt man irgendwie immer alles hin, würd mich wundern wenn das nicht irgendwie geht…

  3. cromax sagt:

    Also das ganze setzt laut Telekom Info nur eine nur eine Anmeldung über diesen Link: http://kurzlink.de/f9TPeXcSo und Windows Media Player 11 voraus. Über Kanal 800 (bei mir ist der in den letzten Tagen aber auf Kanal 110 gewandert) sind dann “Meine Medien” zu sehen.

    Ich hatte unter Windows aber auch schon ohne Media Player mit anderen Playern gestreamt, wie TV Versity. Da gabs aber auch immer Probleme mit Bildern. Wichtig ist es Bibliotheken zu erstellen und das geht am besten mit dem Media Player.

    Ich bin da nicht so fit in dem Thema, deswegen weis ich nicht wie sich diese Art von Stream schimpft. Die beiden Programme hat ich auch schon mal versucht. Hat aber nicht geklappt. Ist vermutlich nur eine Einstellungssache. Aber für mich sind die ganzen Fachbegriffe zum Thema etwas fremdwortüberfrachtet zudem hab ich noch nicht so llange Erfahrungen mit Ubuntu.

  4. Malte sagt:

    Ahhh okay… Also laut diverser Internet Quellen scheint das Streamen auch mit dem Twonky Media Server zu funktionieren und den gibts auch für Linux (http://www.twonky.com/support/downloads.aspx) :)
    Für mich ist das Ganze trotzdem eher nichts, weil der ganze MR300 und die Menüführung zu langsam und unkomfortabel sind. Zum Fotos gucken und Musik hören hab ich da bessere Alternativen (Xbox, Popcorn Hour). Würde mich aber interessieren, obs mit dem Twonky klappt.
    Gruss
    Malte

  5. cromax sagt:

    Ja ja … der gute alte Mr 300. Schon rein rein optisch…die zwei Usb Anschlüsse machen schon ordentlich was her, was? ;-)
    Twonky gibts auch für Linux? Muss ich mal testen und geb bescheid obs geklappt hat.

  6. Robmain sagt:

    Endlich mal Einer mit Licht in der Sache.

    Weder T-Com noch Devolo konnten mir da helfen.

    MediaReceiver unf Wlan Router als Zugriffspunkt am Devolo DLAN-Triple angeschlossen, der DLAN Adapter gibt noch nicht mal die DHCP Order an ein Mobile Device weiter solange der MediaReceiver eingeschaltet ist.

    Werde nun mal versuchen, über den Speedport-Switch upzulikne. Leider hat der ja nur 100 MBit.

  7. Jean-Marc Zingg sagt:

    Hallo Malte

    Endlich sehe ich eine Chance, dass mir jemand weiterhelfen kann.
    Ich bin mittels Google Suche hier gelandet.
    Ich möchte meine swisscom-tv Box mittels WLAN an mein Swisscom DSL Modem (Swisscom Centro Grande alias Motorola Netopia 7647-47 VDSL Modem) anschliessen, ohne das spezielle Universal Verbindungs Kit von Swisscom zu benötigen. Ich habe zwei funktionierende Lösungen gefunden. Ich möchte aber auch das WLAN des Centro Grande ersetzen. Leider funktioniert die bevorzugte Konfiguration nicht. Netgear Support konnte mir nicht helfen, aber inzwischen vermute ich IGMPv3 als Ursache des Problems. Vermutlich benötige ich einen IGMPv3 fähigen Access Point. Aber eigentlich möchte ich das Problem technisch verstehen. Ich hänge einige Auszüge aus der Kommunikation mit Netgear Support an.
    Besten Dank für Hinweise im Voraus, Jean-Marc Zingg.

    Customer (Jean-Marc Zingg) 4/25/2013 1:52:00 PM
    Mein Ziel ist, swisscom-tv über WLAN anzuschliessen. Anstelle des Kaufs eines Swisscom Universal Verbindungs Kits möchte ich mein WLAN aufrüsten. Mit dem gekauften WN2500RP als Client zum bestehenden WLAN funktioniert swisscom-tv. Aber ich möchte das WLAN der Swisscom DSL Box ausschalten, und mit dem gekauften WNDR3700v4 ersetzen. Dann bricht aber die Verbindung der swisscom-tv Box jeweils nach wenigen Sekunden ab. Warum das so ist, möchte ich gerne herausfinden. Ich habe zwar auch noch ein ZyXSEL WAP5605 Verbindungskit das funktioniert, möchte aber nicht unnötig ein weiteres WLAN dauernd betreiben. Für Hinweise bin ich dankbar; diese neuesten Geräte müssten doch schnell genug sein.

    1. Haben Sie den Netgear Wlan Router mit der Swisscom DSL Box per Lan-Kabel verbunden?

    2. Ist die Swisscom DSL Box ein reines Modem oder ein Modemrouter?

    3. Welche Einstellungen haben Sie auf dem Netgear Router gemacht?

    4. Welche Firmware Version befindet sich aktuell auf Ihrem Router?

    1. Mit dem mitgelieferten LAN-Kabel verbunden.
    2. Swisscom DSL Box ist Modem und Router.
    3. WLAN Konfiguriert mit eigenem SSID und zusätzlichem Gäste-WLAN. Konfiguration als Access-Point und als Router versucht, gleiches Resultat.
    Versuch als Router mit ausgeschaltetem DHCP im gleichen Subnetz folgt noch.
    4. V1.0.1.32

    Customer (Jean-Marc Zingg) 4/26/2013 8:38:00 AM
    Sehr geehrter Herr Cynowski
    Den Versuch mit Modus WLAN-AP habe ich mit folgenden Resultaten durchgeführt:
    DSL an WAN(Internet) Anschluss: Unterbrüche nach wenigen Sekunden.
    DSL an LAN Anschluss: keine Internet-Verbindung (auf Notebook kurz Internet Verbindung OK, dann keine Internetverbindung mehr, vermutlich DNS Probleme).
    In der Konfiguration WLAN-AP mit DSL an WAN-Anschluss habe ich die swisscom-tv box versuchsweise an einem LAN-Anschluss betrieben. Dies hat funktioniert (im Gegensatz zum meinem älteren D-LINK Router, der keinen AP Modus anbietet).
    Mein Entscheid: den WNDR3700v4 werde ich im AP-Modus vorerst für mein Haupt- und Gäste-WLAN verwenden. Die 4 zusätzlichen LAN-Anschlüsse im gleichen Subnetz sind praktischer als die des alten Zusatz-Routers. Die Erfahrungen mit der WLAN-Performance werden ergeben, ob ich für mein Haupt-WLAN wieder aufs Swisscom Centro Grande wechsle. Für swisscom-tv kann ich entweder das WLAN des Centro Grande und den Repeater WN2500RP verwenden, oder das ZyXSEL Verbindungsset WAP5605.
    Schade, dass wir die Ursache nicht herausfinden konnten, das hat mich vor allem technisch interessiert, aber ich möchte keine weitere Zeit dafür aufwenden.

    Freundliche Grüsse
    Jean-Marc Zingg

  8. Malte sagt:

    Hallo Jean-Marc,

    ich befürchte IPTV über WLAN zu schauen ist generell keine gute Idee. In deinem Fall ist es vermutlich so wie bei mir, dass die Accesspoints mit dem Versenden von IGMP Nachrichten voll ausgelastet sind und daher auch keine andere Verbindung mehr zustande kommt. Technisch ist es eben so, dass die IGMP Multicasts bei Geräten die das Snooping unterstützen, nicht an bestimmte Netzsegmente (LAN Ports) weitergeleitet werden, wenn dort kein “Bedarf” besteht. Ein IPTV Receiver meldet quasi “Hallo hier bin ich, ich möchte IPTV” und der Router weiss dann, dass der entsprechende Port an dem der Receiver hängt IGMP durchlassen soll. Alle anderen Ports bleiben für diesen Traffic dann “geschlossen”, weil dort keine entsprechenden Geräte sind und somit nicht unnötig Verkehr erzeugt wird.

    Ich hoffe das erklärt das Problem ?

  9. Jean-Marc Zingg sagt:

    Hallo Malte

    Vielen Dank für die Antwort!
    Inzwischen bin ich schon weitergekommen. IGMP war tatsächlich der entscheidende Hinweis, den hatte ich in einem anderen Forum zwar gesehen, aber vorerst nicht weiterverfolgt, da ich mir Hilfe von Netgear Support erhoffte. Hier nun meine Erkenntnisse:
    Der Netgear Router WNDR3700v4 hat einen Parameter “IGMP Proxy ausschalten” im erweiterten Menu unter WAN-Einstellungen. Dieser ist voreingestellt eingeschaltet und muss für IP-TV deaktiviert werden. D.h. swisscom-tv verwendet offensichtlich auch Multicast, was mir nicht bewusst war (nützt ja nur etwas, wenn auf mehr als einer Box der gleiche Kanal geschaut wird).
    Leider funktioniert das nicht im “WLAN-AP”-Modus.
    Ein “Pseudo-AP”-Modus kann erreicht werden, wenn das Router-DSL über einen LAN-Anschluss statt über den WLAN(Internet)-Anschluss verbunden, und DHCP ausgeschaltet wird. Dabei geht aber möglicherweise der Zugriff zum WEB-Interface verloren (vorher Internet für fixe IP im DSL-Router-Subnetz konfigurieren und notfalls wieder umstecken).

    Ob WNDR3700v4 nun IGMPv3 voll unterstützt, oder IP-TV nur bei wenigen WLAN-Clients funktioniert, kann ich nicht beurteilen.

    Vielen Dank für den Betrieb dieses Forums. Hoffe einen kleinen Beitrag geleistet zu haben. Freundliche Grüsse, Jean-Marc Zingg.

  10. Jean-Marc Zingg sagt:

    Ergänzung: habe vergessen zu erwähnen, dass bei mir zur Zeit swisscom-tv über WNDR3700v4 und WN2500RP sowohl für SD als auch für HD Unterbruchsfrei läuft. Langzeitversuch steht noch aus.

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